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Tilman Slembeck

Prof. Dr. oec. HSG, Universität St. Gallen und Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften

Tilman Slembeck ist Professor für Volkswirtschafslehre und doziert an der Universität St.Gallen sowie der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, wo er das Ökonomen-Team der School of Management and Law leitet. Seine Spezialgebiete umfassen die Wirtschaftspolitik, experimentelle Wirtschaftsforschung, sowie die Gesundheitsökonomie. Dank verschiedenen akademischen Aufenthalten in den USA, Grossbritannien und Australien kombiniert er die experimentelle Wirtschaftsforschung mit einem Blick über die Schweizer Grenze hinaus. Er war Mitglied einer 14-köpfigen Expertenkommission, welche für das Eidgenössische Departement des Innern ein 38 Punkte-Programm zu kostendämpfende Massnahmen in der Grundversicherung erarbeitet hat.

panel | Deutsch

16:20 UHR

Review
2020

Bei den Anreizen ansetzen für mehr Effizienz im Schweizer Gesundheitswesen

Im letzten Panel an der FutureHealth Basel 2020 diskutierten Antoine Hubert und Tilman Slembeck über die grössten Baustellen im Schweizer Gesundheitssystem und mögliche Lösungsansätze. Slembeck identifizierte die Kantone, welche gleichzeitig als Zahler, Planer, Betreiber und Regulierer der Spitäler fungieren, als Verursacher grosser Ineffizienz. Weiter könnte die Digitalisierung eigentlich Transparenz über die Behandlungen verschaffen, aber das wiederum sei von den Leistungserbringern oft gar nicht gewollt. «Doppelspurigkeiten würden plötzlich sichtbar», erklärte der Professor für Volkswirtschaftslehre. Deshalb rege sich ein riesiger Widerstand im System, denn viele wollten einfach Geld verdienen. Schliesslich seien die fehlenden Anreize für die Krankenversicherer, die Menschen gesund zu erhalten und Prävention zu betreiben, ein Problem, so Slembeck. «Die Leute können in der Schweiz viel zu einfach die Krankenkasse wechseln.»

Hubert sieht die falschen oder fehlenden Anreize insgesamt als Hauptproblem des Schweizer Gesundheitssystems. Und hier gelte es anzusetzen: «Wir müssen die Anreize ändern, bevor wir irgendetwas anderes tun. Ansonsten wird sich nichts verbessern und es werden nur neue Kosten verursacht», so der Delegierte des Verwaltungsrats der AEVIS VICTORIA AG. Seiner Ansicht nach liesse sich das Schweizer Gesundheitssystem ziemlich einfach umbauen, wenn man das denn wirklich wolle. Hierfür brauche es Mut und disruptive Leute. Slembeck hingegen vertrat die Meinung, dass Veränderung in der Schweiz wegen des Bottom-up-Systems nur langsam möglich sei.